Unternehmenskrise und Privathaftung des Geschäftsführers

Statistiken von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und von führenden Unternehmensberatungen in Deutschland zeigen Zusammenhänge zwischen Unternehmenstypen, Unternehmensphasen, der jeweiligen Unternehmensführung und Krisenursachen bzw. Krisenhäufigkeiten auf.

Krisen, wie z.B. die Ertrags­krise, Liqui­di­täts­krise, Struk­tur­krise, Stra­te­gi­sche Krise, Pro­dukt– und Absatz­krise, Füh­rungs­krise oder Sta­ke­hol­der­krise werden vor allem auf Ursachen wie fehlendes Managementwissen, Fehl­pro­gno­sen­, Ver­zet­te­lungen, zu starke Innenorientierung, Über­ex­pan­si­on oder zu starke Diver­si­fi­ka­ti­on zurückgeführt. Das größte Risiko einer Finanzkrise besteht laut Credit­re­form bei einem Umsatz­vo­lu­men von 0,5 bis 2,5 Mio. Euro / Jahr. Finanzkrisen bzw. Pro­dukt– und Absatz­krisen werden auch häufig bei tech­no­lo­gie­ori­en­tier­ten Unternehmen analysiert. Der Fokus auf For­schung und Ent­wick­lung (Tech­nik­ver­liebt­heit) lässt häufig betriebswirtschaftliche Aspekte, vor allem die Kundenorientierung in den Hintergrund treten.

Die Privathaftung des Einzelunternehmers bzw. der Anteilseigner von Personengesellschaften ist unbeschränkt, d.h. diese Personen haften mit ihrem ganzen Privatvermögen bis zur Privatinsolvenz. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass GmbH-Geschäftsführer ebenso persönlich und unmittelbar im Innen- und Außenverhältnis haften, siehe auch

  • Gründungshaftung
  • Haftung bei Obliegenheitsverletzung
  • Haftung bei Verletzung der Kapitalaufbringungsvorschriften
  • Vertragliche Haftung (Rechtsscheinhaftung, Verschulden bei Vertragsabschluss)
  • Verantwortlichkeit für unerlaubte Handlungen
  • Haftung aus Steuerverpflichtungen der GmbH
  • Haftung gegenüber Sozialversicherungsträgern
  • Sonstige Haftungstatbestände (Wettbewerbsverstöße, umweltrechtliche Verstöße etc.)
  • Haftung in der Insolvenz

Tipp: Vermeiden Sie unternehmerische und persönliche Haftungsrisiken. Investieren Sie in eine kompetente Unternehmensberatung durch geprüfte Fachberater. Diese werden durch unabhängige Qualitätssicherer geprüft. Zudem können Sie eine Förderung beantragen und die Kosten der Unternehmensberatung stark minimieren!

Nutzen Sie die Beratungsförderung 2016 „Förderung unternehmerischen Know-hows“. Sie erhalten 90% der Kosten für eine wirtschaftliche und organisatorische Unterstützung zur Unternehmensführung oder für eine Schwachstellenanalyse mit anschließender Krisenberatung gefördert. Der Eigenanteil beträgt maximal 300 Euro.

Je eher Krisen erkannt werden, desto geringer ist der Ressourceneinsatz zur Behebung der Krise und desto höher sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens. Unternehmensberatung Möller ist ein geprüfter Fachberater.

Ist die Krise bereits zu weit fortgeschritten bzw. können die Gläubiger nicht mehr befriedigt werden, z.B. durch:

  • die Restschuldbefreiung (bei Einzelunternehmern) bzw.
  • Verhandlungen mit den Gläubigern im Rahmen von Sanierungsbemühungen außerhalb eines Insolvenzverfahrens,

muss Insolvenz angemeldet werden.

Nach BGB und GmbH-Gesetz haftet der Geschäftsführer ebenfalls persönlich für Schäden, die Gläubigern der Gesellschaft durch einen verspätet gestellten Insolvenzantrag entstanden sind. Auch dieser Verantwortung kann sich der Geschäftsführer nicht mit der Entschuldigung entziehen, er habe die Schieflage nicht erkannt oder die zur Insolvenz führenden Ereignisse fielen nicht in seinen Geschäftsbereich. Es gelten auch hier die Organisations- und Kontrollpflichten (Managementpflichten) des Geschäftsführers.

Tipp: Werden erste Anzeichen einer Unternehmensinsolvenz erkannt, zögern Sie nicht und nehmen Sie umgehend externe Unterstützung in Form einer Sanierungsberatung oder ggf. einer Insolvenzberatung in Anspruch. Unternehmensberatung Möller mit Sitz in Erfurt ist ein geprüfter Fachberater für Unternehmen in Schwierigkeiten. VOR Beantragung der Insolvenz können Leistungen der Unternehmensberatung bis zu 90% gefördert werden.

Unternehmensinsolvenz – Neue Chancen im Insolvenzrecht durch das ESUG

Die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2012 soll eine neue Insolvenzkultur herbeiführen. Wesentliche Ziele des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) sind:

  • die Stärkung des Gläubigereinflusses,
  • die Erleichterung der Eigenverwaltung sowie
  • der Abbau von Hemmnissen und Verzögerungen gegenüber der Regelinsolvenz

Zu den wichtigsten Neuerungen – gegenüber dem Insolvenzgesetz bzw. der Insolvenzordnung (InsO) aus dem Jahr 1999 – zählen:

  • Das Eigenverwaltungsverfahren: Das schuldnerische Unternehmen bzw. die Unternehmensleitung kann mit der Insolvenzanmeldung die Eigenverwaltung beantragen und somit weiterhin den Geschäftsbetrieb fortführen und Gläubiger befriedigen. Die Eigenverwaltung unterliegt der Aufsicht eines Sachwalters. Die Planinsolvenz in Eigenverwaltung hat viele Vorteile. Voraussetzung ist die Beantragung der Eigenverwaltung (mit Insolvenzantrag) und dass das Unternehmen über einen fortführungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt, auch wenn zunächst Restrukturierungsmaßnahmen notwendig sind.
  • Das Schutzschirmverfahren: Das Schutzschirmverfahren soll dem noch nicht zah­lungs­un­fä­higen Schuld­ner (in der Regel drei Monate) Zeit geben, einen Insolvenzplan / Sanierungsplan zu erarbeiten und vorzulegen. Gläubiger können ihre Forderungen zwar fällig stellen, jedoch sollte es gelingen, mit den Gläubigern innerhalb dieser Laufzeit eine Einigung außerhalb der Insolvenzordnung zu finden. Dies erfolgt unter Bei­be­hal­tung der Kon­trolle und unter Auf­sicht eines (vom Unter­neh­mer vor­ge­schla­ge­nen) vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters. Der qualifizierte Sanierungsplan muss plausibel aufzeigen, dass die Sanierung nicht aus­sichts­los ist.
  • Mit der Bildung eines einflussreichen Gläubigerausschusses haben die Gläubiger die Möglichkeit, sich zum Antrag des Schuldners auf Eigenverwaltung zu äußern. Soweit sie die Anordnung der Eigenverwaltung befürworten, muss das Insolvenzgericht die Eigenverwaltung anordnen. Darüber hinaus hat der Gläubigerausschuss die Möglichkeit, den Sachwalter auszuwählen. Die Gläubiger können somit maßgeblich Einfluss auf den Insolvenzerfolg und somit auf die Begleichung ihrer Forderungen nehmen.
  • Debt Equity Swap bzw. die Gläubigerbeteiligung: Die Gläubigerbeteiligung hat zum Gegenstand, dass die Forderung eines Gläubigers zugunsten einer entsprechenden Unternehmensbeteiligung beim Schuldner erlöschen kann. Ziel ist die bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Altgesellschafter werden im Rahmen einer Gesellschaftsinsolvenz nachrangig bedient.

Bisherige Anwendung des ESUG – Statistiken zu Chancen und Risiken

Statistiken aus 2013/2014 kommen zum Ergebnis, dass:

  • über 70% insolventer Unternehmen das ESUG bereits angewendet haben:
    • die meisten Erfahrungen mit der vorläufigen Selbstverwaltung und die geringsten Erfahrungen mit Eingriffen in die Gesellschafterrechte/Debt Equity Swap gesammelt wurden
    • rund 30% der Eigenverwaltungen Schutzschirmverfahren waren
  • die Ablehnungen von Verfahren in Eigenverwaltung zu fast gleichen Anteilen durch den vorläufigen Gläubigerausschuss und dem zuständigen Insolvenzgericht erfolgten
  • die größte Herausforderung bzw. Hürde:
    • die Antragstellung auf Eigenverwaltung mit vollständigem Sanierungskonzept ist
    • gefolgt von Umfang und Qualität der Bescheinigung nach § 220b InsO und
    • der umfangreichen Information gegenüber Gläubigern über die geplante Antragstellung bzw. geplante Insolvenz
  • die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
    • die gute Zusammenarbeit zwischen Sachwalter und Eigenverwaltung,
    • die Ermöglichung der Eingebung von Masseverbindlichkeiten gemäß § 270b Abs. 3 InsO (eine Masseverbindlichkeit ist eine Verbindlichkeit, die bei einer Insolvenz vor anderen Verbindlichkeiten in voller Höhe aus der Vermögensmasse bedient wird) und
    • die vorherige Einrichtung eines Gläubigerausschusses sind.

Verbesserte Chance auf Eigenverwaltung / auf ein Schutzschirmverfahren

Bisherige Ablehnungen des ESUG resultierten zu über 85% aus dem Grund, dass das bisherige Management nicht für ein Verfahren in Eigenverwaltung geeignet war! Die Unabhängigkeit von Management und umfangreiche Managementerfahrung sind somit die wichtigsten Anforderungen an die Eigenverwaltung. Die zu überzeugenden Parteien sind Richter, Gläubiger, Management, Gesellschafter, Insolvenzverwalter, Investoren und die Leistungsträger des Unternehmens. Die rechtliche und die betriebswirtschaftliche Sanierungserfahrung wurden mit 90% als die Haupterfolgskriterien – die Branchenerfahrung dagegen wurde von den Prozessbeteiligten als weniger wichtig eingeschätzt.

Die rechtzeitige Inanspruchnahme von betriebswirtschaftlicher, steuerlicher und rechtlicher Unterstützung sind somit die Erfolgskriterien für eine genehmigte Eigenverwaltung bzw. die Chance auf ein Schutzschirmverfahren und die erfolgreiche Fortführung des Unternehmens.

Unternehmensberatung Möller unterstützt mit:

Die betriebswirtschaftliche Aufgaben umfassen bspw. eine neue strategische und kulturelle Ausrichtung des Unternehmens, Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen, Finanzplanungen und Finanzprognosen (Ertrag, Rentabilität, Cashflow / Liquidität), Marketing- und Vertriebsmaßnahmen etc. und die Zusammenfassung in einem Sanierungskonzept. Diese Aufgaben erfolgen optimaler Weise in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Steuerberater, der die Betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Jahresabschlüsse bereit stellt und einem Fachanwalt für Insolvenzrecht.

Gute Chancen für eine Unternehmensförderung in Form von Beratungszuschüssen

Unter­neh­mens­be­ra­tung Möl­ler mit Sitz in Erfurt ist zuge­las­se­ner Fach­be­ra­ter mit ver­schie­de­nen Refe­ren­zen im Bereich Krisen-, Ver­än­de­rungs- und Sanie­rungs­be­ra­tung. Das Honorar kann VOR der Insolvenzbeantragung bis zu 90% gefördert werden. Wir prüfen Ihre Fördervoraussetzungen, unter­stüt­zen Sie bei der Vor­be­rei­tung auf das notwendige Vor­ge­spräch beim Regio­nal­part­ner bzw. Qualitätssicherer sowie bei der Bean­tra­gung und Abrech­nung der Fördermaßnahme.

Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung unter: info(at)unternehmensberatung-moeller.de oder über unser Kontaktformular.